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Wirtschaft & Industrie

Bundesweit einmalige Initiative von Arbeitgebern und IG Metall

Bayerns Metallbranche einigt sich auf Nachwuchshilfsprogramme


Bayerns Metallbranche einigt sich auf Nachwuchshilfsprogramme
Bayerns Metallbranche einigt sich auf Nachwuchshilfsprogramme ©ddp

(PR-inside.com 10.11.2009 15:29:05) - Angesichts drohender Übernahmeprobleme für Auszubildende und
Jungingenieure in der Wirtschaftskrise haben sich die
Metallarbeitgeber und die IG Metall in Bayern auf bundesweit bisher
beispiellose Hilfsprogramme geeinigt.

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München (ddp-bay). Angesichts drohender Übernahmeprobleme für Auszubildende und Jungingenieure in der Wirtschaftskrise haben sich die Metallarbeitgeber und die IG Metall in Bayern auf bundesweit bisher beispiellose Hilfsprogramme geeinigt. So sollen Facharbeiter, die nach ihrer Lehrzeit keinen Vertrag erhalten, in einer sogenannten Beschäftigungsbrücke unterkommen, die vom Arbeitgeberverband mit bis zu sechs Millionen Euro pro Jahr finanziert wird. Auch Studienabsolventen sollen dort beschäftigt werden.
Für maximal 18 Monate können Betriebe in der Gesellschaft ihre Nachwuchskräfte beschäftigen und von dort für mindestens drei Tage die Woche zurückleihen. Die restliche Zeit werden die Mitarbeiter weiterqualifiziert. Ziel ist es, angesichts des ab 2015 erwarteten Facharbeitermangels, eine Überbrückungsmöglichkeit zu schaffen. In der Gesellschaft erhalten die Arbeitskräfte Tariflohn, aber ohne Leistungszuschläge. Außerdem verpflichten sich die Unternehmen, bei Neueinstellungen zuerst auf ihre ausgelagerten Kräfte zuzugreifen. Zudem vereinbarten die Tarifparteien eine paritätische Finanzierung zusätzlicher Ausbildungsplätze in der Metallbranche im Freistaat. Die anderen Mitarbeiter des jeweiligen Betriebs verzichten auf bis zu 0,1 Prozent ihres Bruttojahresgehalts, wenn über den Schnitt der vergangenen vier Jahre hinaus neue Lehrstellen geschaffen werden. Die andere Hälfte der Lohnkosten in Höhe von insgesamt 40 000 Euro in drei Jahren für jeden Auszubildenden tragen die Unternehmen. Arbeitgeber-Verhandlungsführer Helmut Keese sagte, in der gegenwärtigen Krise seien die Ausbildung und die spätere Übernahme junger Metaller oft nur schwer möglich. Mit den Programmen sei es gelungen, einen Ausweg zu finden. Es sei «nicht selbstverständlich», dass die IG Metall sich hier in Verantwortung nehmen lasse für die Zukunft der Betriebe, lobte Keese. Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer hob hervor, dass beide Seiten «politische und ideologische Hürden» überwinden mussten, um zu dieser «in der Bundesrepublik bislang leider noch einmaligen Übereinkunft» zu kommen. Gewinner seien die Jugendlichen und der Industriestandort Bayern. Ohne qualifizierte Fachkräfte würde dieser «auf Dauer gesehen Schaden leiden», warnte Neugebauer. Im kommenden Februar rechne er mit «gigantischen Problemen» nach dem Ende des Ausbildungsjahrgangs. Die Beschäftigungsbrücke könne hier helfen. Bayerns Arbeitsstaatssekretär Markus Sackmann (CSU) sagte, die Einigung der Tarifparteien sei ein «Signal der Hoffnung in einer turbulenten Zeit». Er appellierte an andere Branchen sich ebenfalls diesem Weg anzuschließen: «Ich würde mir wünschen, dass das ein Beispiel ist, das auch andere Tarifparteien aufgreifen.» Keese bedauerte, dass die Initiative bislang keine Nachahmer in anderen Tarifbezirken gefunden habe. Beim Verband Gesamtmetall gebe es große Skepsis. Neugebauer sagte, er wisse aus den Metallbereichen Küste, Berlin, Brandenburg und Sachsen, dass die Gewerkschafter dort «richtig heiß» auf entsprechende Fortschritte seien. Und auch der Bundesvorstand der IG Metall habe einstimmig seine Unterstützung bekundet. (ddp)


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