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BabyExpress Top-Story: Hilfe für Haie



(PR-inside.com 07.01.2013 21:34:20) - Sie sind gewaltig, geheimnisvoll und werden nicht selten als „Monster“ bezeichnet: Haie. Deshalb werden sie gejagt, in manchen Ländern gilt ihr Fleisch als Delikatesse. Täglich werden bis zu 400.000 Haie getötet. Ein Österreicher setzt sich für ihre Rettung ein.

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Fast jeder kennt typische Filmszenen, in denen eine Flosse aus dem Wasser ragt und Menschen panisch kreischend zum Strand rennen. Diese zur Klasse der Knorpelfische zählenden Tiere faszinieren, ängstigen, sind mit Vorurteilen behaftet und kennen nur einen wahren Feind – den Menschen. Haie sind für das Ökosystem des Meeres von enormer Wichtigkeit, fallen sie weg, kommt es zu einem Ungleichgewicht aufgrund der rasanten Vermehrung jener
Lebewesen, die auf dem Speiseplan dieser so genannten Topräuber stehen. Wird ein funktionierendes System durch Menschenhand gestört, hat das Konsequenzen: „Eine funktionierende Ökologie in den Meeren ist nicht nur für den Fischbestand, und damit für unsere Ernährung von Bedeutung. Kaum jemand weiß, dass neben den Regenwäldern vor allem die Ozeane für die Sauerstoffproduktion zuständig sind. Gut 50% (manche Forscher sprechen sogar von 70%) unseres Sauerstoffs wird durch Fotosynthese vom Phytoplankton der Meere gebildet, erklärt Dr. Walter Buchinger, Präsident des Sharkproject Austria. Sharkproject kämpft nach eigenen Angaben „an vorderster Front gegen die Zerstörung der Meere und die Ausrottung der Haie es handelt sich um eine „Initiative zum Schutz der Haie und der marinen Ökosysteme

BabyExpress: Welchen Ursprung hat Ihrer Meinung nach die Angst der Menschen vor Haien?
Dr. Buchinger: Es sind im Wesentlichen drei Elemente, die da zusammenwirken. Das wären einmal unsere angeborenen Grund-(Urngste. Kinder fürchten sich beispielsweise im Dunkeln, bei vielen Menschen besteht diese Furcht in mehr oder weniger abgeschwächter Form ihr ganzes Leben lang. Blickt man vom Ufer oder von einem Schiff ins Meer, dann scheint es da unten finster zu sein – in dieser Umgebung wirkt alles bedrohlich und unheimlich, natürlich auch der Hai.
Auch unsere Erziehung spielt eine Rolle. Eltern, die ihren Kindern mitgeben, dass Haie notwendige Topräuber und essentiell für die marinen Biotope sind, findet man außerhalb der informierten Taucherszene nur sehr, sehr selten.
Die grte Rolle aber spielen diesbezüglich die Medien. Als sich in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts „Artenschutz“ formierte und das Bewusstsein erwachte, Tiere nicht nur als Trophäen- und Rohstofflieferanten zu sehen, lief zur gleichen Zeit in unseren Kinos der Film „Der Weiße Hai“ – mit etlichen Fortsetzungen über viele Jahre. Von dem darin vermittelten Image als Mörder, Monster und Menschenfresser haben sich die Haie bis heute nicht erholt… Und obwohl im langjährigen Durchschnitt nicht mehr als 4 bis 6 Menschen jährlich bedauerlicherweise durch Haiunfälle ums Leben kommen (die Anzahl der getöteten Haie wird auf 200.000 bis 400.000 täglich geschätzt) – in unserem subjektiven Empfinden, das wir der Tagespresse verdanken, scheint es ein Vielfaches zu sein.
Hier versuchen wir anzusetzen und bemühen uns, den Hai zu „entkriminalisieren“ – denn niemand schützt etwas, vor dem er sich fürchtet…

Werden Kinder in der Schule unzureichend über diese Tiere aufgeklärt?
Da gibt es große Unterschiede – toll engagierte Lehrer, die unsere Schulunterlagen anfordern oder mit unseren Schulreferenten, die sich gerne mit einem Multimediavortrag für ein oder zwei Unterrichtseinheiten zur Verfügung stellen, Kontakt aufnehmen oder sogar Projektwochen zum Thema „Meeresbiologie“ abhalten. Daneben gibt’s allerdings nicht wenige Schulen, an denen die Aufarbeitung dieses Themas offensichtlich geringen Stellenwert hat. Wir können das bei unseren auf Kinder ausgerichteten Veranstaltungen immer wieder feststellen: neben top informierten Youngsters gibt’s auch solche, denen zum Begriff „Ozean“ nicht mehr als „Fischstäbchen“ einfällt…

Ihre Buchreihe über den kleinen weißen Hai Michel wurde für Kinder entwickelt. Was können Eltern und ihre Sprösslinge aus den Geschichten lernen?
Die „Michelbücher“ – verfasst von Gerhard Wegner, dem Gründer von Sharkproject, und seiner Tochter Johanna (Studium der Germanistik mit Schwerpunkt Kinderliteratur) geben in zwei Bänden Einblick in die Biologie Michel, der kleine Haiforscher und Ökologie Michel, der kleine Meeresschützer unserer Ozeane. Den „Gute Nacht Geschichten“ für Kinder ist ein Wissensteil für Erwachsene angeschlossen, entsprechend scheint unsere Empfehlung „für Haifans von 3 bis 99 Jahre“ zutreffend. Und der Leser (oder Zuhörer) erfährt beispielsweise, warum sich Michel wegen eines Zahnverlustes - voller Besorgnis sucht er deswegen den Doktorfisch auf - keine Sorgen machen muss wer weiß schon, dass Haien im Laufe ihres Lebens bis zu 30 000 Zähne wachsen oder wie prekär die Situation bzgl. des Plastikmülls in unseren Ozeanen tatsächlich ist… kindergerecht – und erwachsenentauglich – wird die Unterwasserwelt samt ihren Problemen in diesen Büchern dargestellt.

Inwieweit bringt das Sharkproject seine Liebe zu Haien Kindern und Erwachsenen näher?
Unsere Angebote für Kinder beginnen im Vorschulalter – Malvorlagen, eine Michel-CD als Hörbuch (der Schauspieler Hannes Jaenicke hat sich als Erzähler zur Verfügung gestellt) und die Michel-Bücher können auch als Sponsorpakete für Kindergärten durch Großeltern, Tanten und Onkeln erworben werden. Gerne können unsere Schulreferenten von Lehrern angefordert werden, die Thematik rund um Haie und die Gefährdung der Ozeane wird in Multimediavorträgen, abgestimmt auf die Schulstufe, präsentiert. Und für Events, bei denen Kinder die Zielgruppe darstellen (z.B. Artenschutztage Schönbrunn, Kindersommerspiele Herzogenburg) haben wir einen Wissensparcours zusammengestellt, eine positive Absolvierung wird mit Ernennung zum/zur Juniorhaiforscher/in (samt Urkunde) belohnt…diese Präsentation hat sich übrigens auch als gute Möglichkeit erwiesen, neben den Kindern weitere Generationen (begleitende Eltern, Großeltern) zu erreichen.
Weiters bemühen wir uns in unserer Öffentlichkeitsarbeit Erwachsene durch unsere Präsenz an Messen sowie durch Vorträge für die Thematik zu interessieren und zu sensibilisieren.
Durch Kampagnen (gegenwärtig: „Haiknorpel -Pulver“ - siehe auf www.sharkproject.org) machen wir auf sinnlose – und für Menschen schädliche – Vermarktung von Haien aufmerksam. Eine Kampagne, die das Gift Methylquecksilber im Haifleisch zum Thema hat Stop Sales, wird nach 2009 in Kürze neu aufgenommen.

Was können wir von Haien lernen?
Das Überleben jeder Spezies ist vor allem davon abhängig, wie sie sich an ihre Umwelt zu adaptieren, und wie sie mit den ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen umzugehen versteht. Den „Urhai“ gibt es seit 400 Millionen Jahren, Haie haben die Dinosaurier überlebt. Und das muss wohl seine Gründe haben – sie haben es geschafft, sich den jeweiligen Erfordernissen ihrer Umwelt anzupassen. Beispielsweise sind die von Wissenschaftern an Haien festgestellten sieben Sinne bei den 530 Arten sehr unterschiedlich ausgeprägt...völlig klar, dass ein reviertreuer, an Küsten lebender Hai andere Sinnesinformationen benötigt als ein Hochseehai, der tausende Kilometer in den Ozeanen zurücklegt. Auch der Körperbau, bis hin zu den Zähnen, ist dem Nahrungsangebot und der Umgebung angepasst.
Als „Topräuber“ – am Ende der Nahrungskette – regulieren sie das sensible ökologische Gleichgewicht in den Ozeanen, durch ihre Präsenz ist sichergestellt, dass das Verhältnis aller Lebewesen in den unteren Hierarchien (von kleineren Haien bis hin zu den kleinsten Riffbewohnern und dem Plankton) ausgewogen bleibt. Haie selbst vermehren sich nicht ungezügelt. Durch ihre späte Geschlechtsreife, lange Schwangerschaftszeit und geringe Nachkommenschaft ist seit Millionen Jahren sichergestellt, dass sie sich die Ressourcen in ihrem Lebensraum nicht gegenseitig wegfressen, und sie ihre Aufgabe wahrnehmen können.
Das hat den Haien zwar niemand gelernt und basiert auf ihrer evolutionären Entwicklung – das Lebewesen Homo sapiens, dem man unter anderem Lernfähigkeit zuschreibt, ist allerdings nicht imstande, aus der Beobachtung dieser Überlebenskünstler Nutzen zu ziehen. Im Gegenteil: durch das sinnlose Abschlachten der Haie gefährden wir unsere Lebensgrundlage…und vergiften uns durch den Genuss von Haiprodukten.

Was können Konsumenten tun, um Haie vor Schlachtung und Ausrottung zu schützen?
Haiprodukte gelten 1) als Delikatesse, 2) als Wundermittel gegen alle möglichen Beschwerden und 3) als nötiges Adjuvans bei Kosmetika und pharmazeutischen Produkten.
ad 1) Lange Zeit galten Haisteaks wegen ihrer Grobfaserigkeit als minderwertig. Der Schwund an Meeresfischen durch die Überfischung der Ozeane bringt mit sich, dass nun auch Haifleisch vermehrt propagiert wird. Und besonders im asiatischen Raum gelten Haifischflossen (als Suppe zubereitet) seit Jahrhunderten als Spezialität, die man bei Festlichkeiten den Gästen serviert – auch um die eigene Prosperität zu betonen das Zeug ist nämlich sauteuer. Wenig bekannt ist allerdings, dass Haie, da sie an der Spitze der Nahrungskette stehen, das hochgiftige Methylquecksilber in ihrem Körper subsummieren. Untersuchungen von Sharkproject 2009 an Schillerlocken (=Bauchlappen des Dornhais) ergaben in 40% der Proben Methylquecksilberwerte, die über dem von der EU festgelegten Grenzwert lagen.
ad 2) Die Behauptung, Haiknorpelkapseln schützen vor Krebs, musste eine amerikanische pharmazeutische Firma vor etwas mehr als zehn Jahren – neben Zahlung eines Millionendollarbetrags – zurückziehen. Seither wird dieses Wundermittel vermehrt als wirksames Naturheilmittel gegen Gelenkabnützung (Arthrose) beworben. Seriöse wissenschaftliche Untersuchungen konnten allerdings keinen Beweis für einen positiven Effekt erbringen. Und auch die Wirkung als Potenzmittel ist wohl eher Wunschdenken…
ad 3) Squalen – das aus der Leber gewonnene Öl der Haie – ist beispielsweise in vielen Kosmetikprodukten Basisstoff. Alternative Stoffe pflanzlichen Ursprungs sind hinlänglich bekannt. Es sollte bei Kenntnis dieser Fakten ein Leichtes sein, als Konsument auf Haiprodukte zu verzichten. Bestenfalls sind sie unnötig oder unwirksam aber teuer und schlechtenfalls (siehe Methylquecksilber) sogar schädlich. Wenn sich das herumspricht und das informierte Publikum auf den Kauf dieser Produkte verzichtet, müssten ob der nicht vorhandenen Nachfrage Schlachtung und Ausrottung der Haie von selbst ein Ende haben.


Informationen: www.sharkproject.org, www.babyexpress.at
Kontaktinformation:
Barbara Mucha Media

Mariahilfer Straße 89a
1060 Wien

Kontakt-Person:


Telefon: 0043/1/58040
E-Mail: e-Mail

Web: www.babyexpress.at




Erklärung: Der Autor versichert, dass die veröffentlichten Inhalte in dieser Pressemitteilung der Wahrheit entsprechen und dem gesetzlichen Urheberrechte unterliegen.
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