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Wirtschaft & Industrie

«Spiegel» beruft sich auf Prüfbericht einer Anwaltskanzlei - Gewerkschaftsvertreter bestätigt Ausspähung

Aufsichtsräte und Vorstände der Deutschen Bank offenbar bespitzelt Erste Zusammenfassung


© AP

(PR-inside.com 04.07.2009 18:14:01)

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Hamburg (AP) Die Deutsche Bank hat offenbar Aufsichtsräte und Vorstände bespitzeln lassen. Dies gehe aus einem internen Prüfbericht der Anwaltskanzlei Cleary Gottlieb Steen & Hamilton hervor, der der Deutschen Bank seit Ende vergangener Woche vorliege, berichtete das Magazin «Der Spiegel» am Samstag. Der ehemalige ver.di-Vertreter im Aufsichtsrat, Gerald Herrmann, bestätigte, dass er bespitzelt worden sei. Ein Sprecher der Bank gab auf AP-Anfrage keine Stellungnahme zu
dem Bericht ab. Herrmann, der zwischen 1998 und 2003 im Aufsichtsrat der Bank saß, sagte dem «Handelsblatt», dass er ausgespäht worden sei. Die Deutsche Bank habe ihn aber erst vor wenigen Tagen darüber informiert. «Ich finde dieses Verhalten empörend, zwar hat sich das Unternehmen bei mir entschuldigt. Ich erwarte aber wenigstens eine persönliche Entschuldigung von Herrn Ackermann, der sich ja an die Spitze der Aufklärung stellen wollte», sagte er. Zwtl: Bespitzelung als Reaktion auf Kritik an der Bank Die heimlichen Vorwürfe der Deutschen Bank, er habe der Presse 2001 Geschäftszahlen des dritten Quartals zugespielt, hätten sich als völlig unbegründet erwiesen. Das habe ihm die Deutsche Bank versichert, als sie ihn über die Bespitzelung informiert habe. «Die haben mich verdächtigt, nur weil ich wiederholt öffentlich den massiven Stellenabbau des Kreditinstitutes kritisiert hatte, das damit sein hohes Renditeziel von 25 Prozent Eigenkapitalrendite sichern wollte», sagte er der Zeitung. Als dann einige Artikel die Geschäftszahlen und seine Kritik gemeinsam aufgegriffen hätten, hätte die Deutsche Bank ihn verdächtigt aber nie befragt. Im Jahr 2006 seien außerdem Vorstände bespitzelt worden, denen Kontakte zu dem ehemaligen Medienunternehmer Leo Kirch nachgesagt worden seien, schrieb der «Spiegel» weiter. Auch der kritische Aktionär Michael Bohndorf sei im Auftrag der Bank beschattet worden. Die Detektive hätten dabei Bewegungsprofile erstellt und untersucht, wann sich der Betroffene mit wem getroffen habe. Die Betroffenen seien inzwischen von der Bank über die Maßnahmen informiert worden, schrieb der «Spiegel» weiter. Die Aufsichtsräte würden demnächst über die Ergebnisse der internen Prüfung unterrichtet. Zwtl: Ackermann versprach vollständige Aufklärung Die Deutsche Bank war im Mai mit der Datenaffäre an die Öffentlichkeit gegangen und hatte mitgeteilt, die Unternehmensführung habe entsprechende Hinweise bekommen und eine Untersuchung eingeleitet. Eine externe Kanzlei werde die möglichen Verstöße prüfen. Zudem habe man die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin informiert, die eine eigene Untersuchung eingeleitet habe. Auf der Hauptversammlung wenige Tage später hatte Vorstandschef Ackermann eine vollständige Aufklärung der Affäre zugesagt und erklärt, sein Institut verfolge hier eine «Null-Toleranz-Politik». Nach den bisher vorliegenden Fakten handele es sich um mögliche einzelne Verstöße, die schon einige Zeit zurücklägen. Ackermann versicherte zugleich, dass weder Kontendaten noch andere Kundeninformationen betroffen seien.

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