(PR-inside.com 11.11.2009 12:41:03) - Für seine Familie und seine Freunde soll Fabian Salar Saremi aus
dem südhessischen Bensheim am 25. Oktober 2008 nicht umsonst
gestorben sein. «Er bezahlte seinen Mut mit dem Leben», sagt seine
Schwester Salome Saremi.
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Bensheim (ddp-hes). Für seine Familie und seine Freunde soll Fabian Salar Saremi aus dem südhessischen Bensheim am 25. Oktober 2008 nicht umsonst gestorben sein. «Er bezahlte seinen Mut mit dem Leben», sagt seine Schwester Salome Saremi. Ihr Bruder starb auf brutale Weise: Von vier Schlägern bereits
schwer verletzt auf der Straße liegend, wurde der 29-Jährige am frühen Morgen des 28. September 2008 von einem Auto überrollt und starb vier Wochen später. Bevor ihn das Taxi überfuhr, war er einem von Schlägern attackierten Mann beigesprungen. Salome Saremi hat mit ihrem Vater und Freunden ihres Bruders den Verein «Fabian Salars Erbe» gegründet. Erklärtes Ziel: Zivilcourage fördern.
Drei der Schläger - ein vierter setzte sich in die Türkei ab - müssen sich seit September vorm Darmstädter Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat die Angeklagten im Alter zwischen 19 und 42 Jahren wegen Totschlags angeklagt, am heutigen Mittwoch soll das Urteil fallen. Zeugen berichteten im Prozess, dass die Täter in jener Septembernacht vergangenen Jahres vor einer Disco in Bensheim Fabian Saremi krankenhausreif schlugen und bewusstlos auf der Straße zurückließen. Ihr Opfer war zuvor in der Disco einem jungen Mann zu Hilfe geeilt, der von den Männern verprügelt wurde.
«Vor der Disco traf Fabian später allein auf seine Widersacher», berichtet seine Schwester Salome. Ein Bild, das für die 34 Jahre alte Flugbegleiterin Symbolkraft hat. «Alle sprechen von Zivilcourage», sagt sie, «aber wer sie zeigt, bleibt am Ende meist allein.» Im Namen ihres Bruders will der Bensheimer Verein «Fabian Salars Erbe» dafür kämpfen, «dass die Mutigen Gesellschaft bekommen.» Im Februar gegründet, habe der Verein bereits 150 Mitglieder, berichtet die junge Frau.
«Mut ist gut» heißt das Leitmotiv der Bensheimer Initiative. «Wir sind keine Fachleute», sagt die 34-Jährige, «aber motiviert». Viele Menschen hätten bei Treffen inzwischen eigene Erlebnisse geschildert. Immer wieder mit dem Tenor, dass es sinnlos sei, sich gegen Gewalt aufzulehnen und anderen zu helfen. «Das ist schlimm», sagt die Flugbegleiterin und stellt auch der Polizei kein gutes Zeugnis aus. Ob dort Personal fehle, ob Beamte nicht genug ausgebildet oder nicht genügend motiviert seien, wisse sie nicht. «Aber Betroffene berichten, dass sie bei der Polizei zu wenig Unterstützung finden.»
Ihnen werde beispielsweise wegen drohender Erfolglosigkeit von einer Anzeige abgeraten. «Das Vertrauen in die Polizei ist gesunken», sagt Salome Saremi. Sie führt ihre eigenen Erlebnisse an. «Im Fall meines Bruders meldete die Polizei nach einem Tag einen ganz fragwürdigen Festnahmeerfolg.» Fabians Schwester trommelte seine Freunde zusammen, gemeinsam erstellten sie eine Liste möglicher Zeugen, ermittelten auf eigene Faust und nannten nach wenigen Tagen den Beamten die vermutlichen Täter. Die Polizisten räumten im Prozess ein, dass die Gruppe um Fabians Schwester ihrer Ansicht nach die tatsächlichen Täter ermittelt und sie zuvor die Falschen festgenommen hatten.
Zwei Tage vor dem in Darmstadt erwarteten Urteil traf Fabians Vater Faribourz Saremi im Bensheimer Goethegymnasium den Zehntklässler Laurien Wüst. Der 16-jährige Laurien steht der Schülervertretung (SV) vor und startete am Montag die von ihm und seinen Schulkameraden mit Unterstützung der Lehrer organisierte Kampagne «Für Zivilcourage und Toleranz». Selbst jüngere Schüler, erzählt Laurien, könnten von Gewalterlebnissen berichten. «Wir wollten jetzt selbst etwas unternehmen», sagt der 16-Jährige. Die SV habe daher Kontakt gesucht zu dem Verein, der Fabians Namen trägt.
Der Antritt zur Begrüßungsrede war für Fabians Vater kein leichter Gang. «Aber ich habe ihn gern angetreten», sagt der 68-jährige gebürtige Iraner. Gerade wenn Hilfsbereitschaft das Leben kosten kann, sei Zivilcourage umso nötiger. Nicht jeder könne in bestimmten Situationen eingreifen. «Doch schon bei Gewalt nicht mehr wegzuschauen, ist Zivilcourage.» Es mache ihn stolz auf seinen Sohn, sagt Faribourz Saremi, dass andere nun weiterführten, was Fabian begonnen habe.
(ddp)
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